Für alle statt für wenige


DENK…MAL!

Von Webmaster, 26. März 2018

 

 Stadtpräsident Ueli Müller von Illnau-Effretikon hat im monatlich von einem Stadtrat verfassten ‚Hirtenbrief’ (ilef.ch> Politik/Verwaltung>Stadtrat>monatliche Leitartikel) die zahlreichen politischen Attacken auf den Denkmalschutz aufs Korn genommen. Mit seiner Erlaubnis drucken wir seinen Leitartikel hier im Sprachrohr ab.

Jeweils am zweiten Septemberwochenende, wenn auf der von traditionellen Häusern gesäumten Usterstrasse die Illauer Chilbi über die Bühne geht, finden die Europäischen Tage des Denkmals statt. Auch in der Schweiz werden dann in vielen Ortschaften Besichtigungen, Führungen und Rundgänge angeboten, um auf schöne Baudenkmäler und Gartenanlagen aufmerksam zu machen. Da auch unsere Stadt in dieser Hinsicht einiges zu bieten hat, beteiligte sie sich in den letzten Jahren ebenfalls an dieser Veranstaltung. Die Besucherschar war zwar nicht ganz so gross wie diejenige an der Illauer Chilbi, aber doch sehr beachtlich. Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von den vorgestellten Baudenkmälern in First, Ottikon, Würglen-Effretikon und Kyburg begeistert.

In Illnau-Effretikon tätige Politikerinnen und Politiker waren an diesen Führungen, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht vertreten. Natürlich war am betreffenden Wochenende die Konkurrenz durch die Chilbi sehr gross und man kann ja mit Fug und Recht ins Feld führen, dass auch dort einige denkmalgeschützte Gebäude eine schöne Kulisse bilden. Nun mag ich natürlich allen die Freude an der Chilbi von Herzen gönnen, aber meine Vermutung geht doch dahin, dass das Interesse der aktuellen Politikergeneration an unserem kulturellen Erbe auch ausserhalb der Chilbizeit nicht überaus gross ist. Als Gegenargument zum Denkmalschutz wird jeweils in verächtlichem Ton, aber mit Inbrunst, das Wort „Ballenberg“ in die Runde geworfen. Dabei ist der Ballenberg etwas sehr Interessantes, und in anderen Ländern sind die Leute stolz auf ihre Freilichtmuseen, weil sie in dem dort Gezeigten ihre eigene Kultur, ihre Tradition und ihre Wurzeln erkennen. Als Touristen sollen sich übrigens auch Politiker unserer Stadt – weit weg von der Heimat – an solchen Dingen erfreuen …